Selfapys Online-Kurs bei Panikstörung

Hersteller: Selfapy GmbH
Kategorie: Psyche
DiGA Status: vorläufig aufgenommen

PZN:

  • 17554346

Empfohlene Nutzungsdauer:

90 Tage

Risikoklasse:

I

Zusatzgeräte:

MacOS (Version 10.12.6+), Windows 10 (Version 2004+), iOS (Version 13+), Android (Version 10+)

Plattformen:

  • Web

Altersgruppen:

  • 18-65
  • 65+
Anzuwenden bei:
  • F40.01
  • F41.0
Nicht anzuwenden bei:
  • F00
  • F10.2
  • F10.3
  • F20
  • F31
  • F32.2
  • F32.3
  • F33.3

Kurzbeschreibung:

Selfapy bietet Betroffenen mit einer Panikstörung einen individuellen Online-Kurs, der auf den Techniken der Verhaltenstherapie basiert.
Die therapeutischen Inhalte können über den internetbasierten Kurs vom Betroffenen selbstständig bearbeitet werden. Der Kurs ist in einzelne Lektionen aufgeteilt, welche sich jeweils mit einem Thema beschäftigen wie beispielsweise dem Führen eines Angstprotokolls, kognitiver Umstrukturierung oder Problemlösetraining. Zur Wahrung der Patientensicherheit wird jeder Patient durchgehend von einem persönlichen Psychologen betreut. Der Kurs ist geeignet für Betroffene, die Im auf einen Therapieplatz warten, als Einstieg für Betroffene, die keinen Psychotherapeuten in ihrer Nähe haben oder für solche, die aufgrund von Scham den Weg zum Therapeuten scheuen.

Wirkungsweise:

Patient:innen lernen durch an sie persönlich angepasste Inhalte, ihre Krankheit zu verstehen und besser mit ihr umzugehen. Gemäß etablierten Manualen der Verhaltenstherapie werden die Strategien der Verhaltenstherapie anschaulich vermittelt. Dies geschieht im Wechsel von Psychoedukation und Übungen, die den psychoedukativen Inhalt in den Alltag der Patient:innen integrieren. Hierbei wechselt das Format zwischen Text, Video und Audio. Neben einem Kernkurs gibt es optionale Vertiefungen (Individualisierung). In regelmäßigen Abständen werden validierte Symptomfragebögen (z.B. PAS) eingesetzt. Unterstützt wird der Kurs durch eine:n persönliche:n Psycholog:in, die/der Fragen zu allen Inhalten beantwortet sowie die Symptomentwicklung und Patient:innensicherheit überwacht.

Funktionen:

Der Online Panikstörungs-Kurs begleitet Patient:innen mit einer Reihe von Funktionen. Hierzu gehören unter anderem:
- Psychoedukation zum Krankheitsbild Panikstörung
- Vermittlung der Strategien der Verhaltenstherapie mit anschaulichen Videos, Audios und Texten
- Transferaufgaben zur Übertragung der Strategien in den Alltag
- Individualisierte Inhalte basierend auf Eingaben der Betroffenen
- Erfassung von Symptomen anhand von validierten Fragebögen sowie deren Auswertung
- Anleitung zur Erstellung von Angstprotokollen
- Durchgängige Einbindung durch eine/n persönliche:n klinische:n Psycholog:in zur Wahrung der Patient:innensicherheit und zur Qualitätssicherung
- Beantwortung von Fragen durch die/den Psycholog:in bei Bedarf
- Benachrichtigungsfunktionen
- Zugang zu bearbeiteten Lektionen für insgesamt ein Jahr

Während des Kurses kann die/der Patient:in zusätzlich die Selfapy Kurs Begleiter-App nutzen, um seine Stimmung, Gedanken, Gefühle und Aktivitäten zu tracken. Die Auswertung über einen längeren Zeitraum hinweg deckt individuelle Zusammenhänge auf.

Evidenz:

Selfapy ist ein CE-zugelassenes Medizinprodukt. Die Online-Kurse wurden mit Expert:innen für Klinische Psychotherapie anhand von evidenzbasierten Methoden entwickelt. Sie basieren auf der Verhaltenstherapie, die hervorragende Ergebnisse in der Behandlung psychischer Erkrankungen zeigt. Eine aktuell an der Universität Gießen laufende RCT-Studie mit 156 Probanden überprüft die Symptomreduktion im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.

Positive Versorgungseffekte:

Für eine RCT-Studie an der Universität Gießen werden aktuell 156 Teilnehmer:innen untersucht, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und die Kriterien einer Panikstörung erfüllen. Sie werden randomisiert einer der beiden Gruppen zugeteilt: (a) Online-Selbsthilfe („Selfapy“) oder (b) Zugang zum Programm nach 12 Wochen Wartezeit (unbehandelte Wartekontrollgruppe). Zu den Erhebungszeitpunkten T1 (zu Interventionsbeginn), T2 (6 Wochen nach Beginn der Intervention) und T3 (12 Wochen nach Beginn der Intervention) werden diagnostische Messungen durchgeführt. Primärer Outcome ist die Ausprägung der Paniksymptomatik (Panik- und Agoraphobie Skala) und die empfundene Lebensqualität (WHO-Five Well-being index). Sekundäre Outcomes umfassen unter anderem die Bewältigung krankheitsbedingter Schwierigkeiten im Alltag (WSAS), die Arbeitsunfähigkeit (jPCQ, WSAS) und die Gesundheitskompetenz (MHLS).
Schlussfolgerungen:
Das online-basierte Selbsthilfeprogramm „Selfapy“ für Patient*innen mit Panikstörung wird aktuell durch eine RCT-Studie auf seine Wirksamkeit als ergänzende oder eigenständige Behandlung untersucht.
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