Mika

Hersteller: Fosanis GmbH
http://www.fosanis.de
Kategorie: Onkologie
DiGA Status: vorläufig aufgenommen

PZN:

  • 17391424

Empfohlene Nutzungsdauer:

90 Tage

Risikoklasse:

I

Zusatzgeräte:

Erfordert iOS 12 oder neuer bzw. Android Version 6 oder neuer

Plattformen:

  • Android
  • iPhone

Altersgruppen:

  • 18-65
Anzuwenden bei:
  • C53 - Bösartige Neubildung der Cervix uteri
  • C55 - Bösartige Neubildung des Uterus, Teil nicht näher bezeichnet
  • C56 - Bösartige Neubildung des Ovars
Nicht anzuwenden bei:

Kurzbeschreibung:

Mika ist ein digitaler Krebs-Assistent zur Therapie-Begleitung. Onkologisches Expertenwissen, künstliche Intelligenz und höchster Datenschutz werden in der Mika-App vereint. Mika ermöglicht, Symptome zu dokumentieren, informiert zu bleiben und selbst aktiv zu werden. Als personalisierter Krebs-Assistent begleitet Mika durch die Therapie und unterstützt mit praktischen Tipps, Expertenwissen zu Tumorerkrankungen und persönlichen Empfehlungen zur Förderung der Gesundheit und Lebensqualität.

Wirkungsweise:

Ziel von Mika ist es, Belastungssymptome infolge der Krebsdiagnose- und therapie zu verringern und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Dazu bietet Mika einen Belastungstest, basierend auf einem von der Leitlinie empfohlenen Screeninginstrument (Distress Thermometer), und führt Patientinnen und Patienten durch leitlinienkonforme psycho-onkologische Interventionen, bestehend aus Psychoedukation, Entspannungsverfahren, Kraft- und Beweglichkeitstraining sowie einem Coping-Skill-Training mit Techniken der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), Akzeptanz Commitmenttherapie (ACT) und Kreativtherapie. Dieses ressourcenaktivierende Training verbessert nachhaltig das Gesundheitsverhalten, Stressmanagement und die Krankheitsbewältigung. Eine personalisierte Wissensbibliothek bietet weitere psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung mit Hilfe von kompakten Informationen zu einzelnen Krebsarten, Leitlinien und supportivem Gesundheitsverhalten.

Funktionen:

Das Programm hinter Mika basiert auf drei wesentlichen Komponenten:

1. Check-Up: Ein schneller, einfacher und sicherer Weg, Symptome zu dokumentieren, sind tägliche Check-Ups mit der Mika-App. Sie helfen, den Therapieverlauf genau zu beobachten und mögliche Nebenwirkungen im Blick zu behalten. So lässt sich einfach und schnell ein Therapie-Tagebuch führen, das körperliche und psychische Symptome erfasst. Werden Schwellenwerte überschritten, alarmiert die App und empfiehlt, den behandelnden Arzt zu kontaktieren.

2. Themenreisen: Mentale Gesundheit zu fördern, ist eines der Ziele von Mika. Gemeinsam mit Psychologen wurde ein psychologisch-orientiertes Kurs-Programm entwickelt, das Patient:innen im Umgang mit Ihrer Erkrankung und den Folgen unterstützt. Mit Themenreisen können Resilienzkräfte trainiert oder gelernt werden, um mit Gefühlen wie Angst und Kontrollverlust umzugehen. Phantasiereisen im Audio-Format laden zum Zuhören und Entspannen ein. Mitmach-Videos mit gezielten Bewegungsübungen helfen, Nebenwirkungen wie Fatigue zu lindern.

3. Entdecken: Mika fasst medizinische Informationen so zusammen, dass die Erkrankung besser verstanden werden kann. Ärzte der Onkologie und Psychoonkologie wirken mit an wertvollen Tipps rund um Achtsamkeit, Bewegung und Ernährung bei Krebs.

Evidenz:

Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, dass digitale Systeme, die Krebspatient:innen aktiv in die Behandlung miteinbeziehen, wirksam sind: Bspw. hat eine Studie gezeigt, dass das Dokumentieren von Symptomen mit einem digitalen Gesundheitstagebuch während einer Chemotherapie die Überlebenszeiten verlängern kann. (1)

Zudem können Online-Interventionen nach der Diagnose Krebs helfen, Stress-Symptome zu vermindern. Am Universitätsspital Basel wurde 2016 in der sog. STREAM-Studie sowohl die Stressreduktion als auch die Steigerung der subjektiv empfundenen Lebensqualität während der Erstbehandlung nachgewiesen. (2)

Auch die Wirkung der Mika-App wird in klinischen Studien untersucht. Eine Studie, die an der Frauenklinik der Berliner Charité durchgeführt wurde, zeigte vielversprechende, positive Effekte auf die psychische Belastung und auf Fatigue, eines der häufigsten Symptome, welches während und nach der Therapie entsteht. Zusätzlich werden in einer aktuell laufenden, klinischen Studie mit der Uniklinik Leipzig, weitere Effekte der Mika-App mit Patienten:innen verschiedener Krebsarten untersucht.

(1) E. Basch, Symptom Monitoring With Patient-Reported Outcomes During Routine Cancer Treatment: A Randomized Controlled Trial; J Clin Oncol. 2016 Feb 20;34(6):557-65.
(2) C. Urech, Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients With Cancer (STREAM): A Randomized, Wait-List Controlled Intervention Study; J Clin Oncol. 2018 Mar 10;36(8):780-788.
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