sinCephalea

Hersteller: Perfood GmbH
Kategorie: Migräneprophylaxe
DiGA Status: zukünftige DiGA

PZN:

Empfohlene Nutzungsdauer:

Risikoklasse:

I

Zusatzgeräte:

Plattformen:

  • Android
  • iPhone

Altersgruppen:

  • 18-65
Anzuwenden bei:
  • G43.0
Nicht anzuwenden bei:

Kurzbeschreibung:

sinCephalea ist eine DiGA für die prophylaktische Therapie von Migräne. Die postprandiale Blutzuckerregulation ist eng assoziiert mit der Expression von CGRP und PACAP. Schwankungen dieser Neurotransmitter stehen im Verdacht die Induktion von Migräneattacken zu begünstigen. sinCephalea befähigt Patient:innen durch gezielte Analyse der postprandialen Blutzuckerreaktion von sowohl vollständig individuellen als auch von standardisierten Testmahlzeiten, eigenständig günstige niedrig-glykämische Ernährungsentscheidungen zu treffen. Ergänzt wird die personalsierte Ernährungsintervention um Lerninhalte, Schmerztagebuch und Optionen zur Erfassung von Medikation, Bewegung, Schlaf und Ernährung und fördert so die Souveränität der Betroffenen im Umgang mit der Migräneerkrankung.

Wirkungsweise:

Kohlenhydrate sind die primäre Energiequelle für das menschliche Gehirn. Die postprandiale Blutzuckerreaktion hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Energieversorgung des Gehirns. Starke Schwankungen des Energiehaushaltes können zu Migräneattacken führen. Studien aus dem Weizmann Institut in Israel, dem King's College London, der Stanford University sowie der Universität zu Lübeck zeigen, dass die postprandiale Blutzuckerreaktion vollständig individuell ist. Um eine effektive niedrig-glykämische Ernährungstherapie zu ermöglichen, bedarf es daher einer Individualisierung. sinCephalea ermöglicht diese gezielte, individuelle Ernährungstherapie durch Messung mittels kontinuierlicher Glukosesensoren und Softwaretechnologie die von Forschern aus der Universität zu Lübeck heraus entwickelt wurde. Dadurch gelingt eine effektive Modulation der postprandialen Blutzuckerreaktionen, was zu einer effektiven Reduktion der Migränesymptome reduziert. Darüber hinaus kann angenommen werden, dass die niedrig-glykämische Ernährungsintervention ebenfalls zu Verbesserungen der metabolischen Gesundheit sowie zur Reduktion von Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2 und kardivaskuläre Erkrankungen führt.

Funktionen:

Die DiGa beinhaltet eine Testphase mit kontinuierlichem Glukosesensor und einem Ernährungstagebuch. Patient:innen testen in dieser Phase die postprandiale Blutzuckerreaktion von Mahlzeiten, die sie typischerweise verzehren. Ergänzt wird dies um standardisierte Testmahlzeiten, die typischerweise die Grundpfeiler der Ernährung darstellen. Nach Abschluss der Testphase erhalten Patient:innen einen detaillierten Auswertungsreport, der Empfehlungen für die personalisierte niedrig-glykämische Ernährung beinhaltet.

Ergänzt wird die personalsierte Ernährungsintervention um Lerninhalte, Schmerztagebuch und Optionen zur Erfassung von Medikation, Bewegung, Schlaf und Ernährung und fördert so die Souveränität derBetroffenen im Umgang mit der Migräneerkrankung.

Evidenz:

Für die Zulassung von sinCephalea wurden Daten von über 230 Patient:innen analysiert. Daraus ergibt sich, dass deutlich über 50% der Nutzer:innen eine erhebliche Reduktion ihrer Migräne erfuhren. Zudem verringerten sich die Anzahl der Tage mit erkrankungsbedingter Arbeitsabwesenheit, die Schmerzintensität und der Konsum von Akutmedikation, wie zum Beispiel Schmerzmittel oder Triptane. Befragungen der Nutzer:innen von sinCephalea ergaben, dass weit über 80% der Befragten sich auch noch nach zwei Jahren an die individuellen Ernährungsempfehlungen halten. Auch die Verbesserung der Migränesymptome blieb nach zwei Jahren weiterhin erhalten. Ab Mai 2021 wird für sinCephalea eine große klinische Studie an der Universität zu Lübeck durchgeführt. Informationen zu dieser Studie sind auf www.sincephalea.de bereitgestellt.

Positive Versorgungseffekte:

Neben dem medizinischen Nutzen beinhaltet die DiGA eine Arztreport, der einen Überblick über Symptomentwicklung und Medikationsgebrauch beinhaltet. Dieser Arztreport kann von Patient:innen exportiert und mit behandelnden Ärzt:innen per Email oder Print geteilt werden.
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